Nein, das heißt nicht, dass wir im Shoppingfieber bei Tchibo sind, sondern einen Schnupperkurs in der Traditionellen chinesischen Medizin belegen. Am ersten Tag erhielten wir Informationen zur Ohrakupunktur. Zuerst sahen wir uns ein paar Patienten auf der Station an und danach gab es die theroretischen Grundlagen und gegenseitige Selbstversuche. Wir wollten uns dann noch das Schröpfen zeigen lassen und gingen dazu in die Ambulanz. Da ich mir schon beim Ohrakupunktieren einen Punkt gegen Rückenschmerzen habe stimulieren lassen, wollte die Professorin das Schröpfen an mir demonstrieren und nahm schnell meine Anamnese auf. Sie war jedoch der Meinung, dass das eher ein Fall zum Akupunktieren wäre. Diese Therapie erhielt ich dann auch prompt. Es war ganz gut, und ich bin gespannt, wie lange ich davon profitiere.
Am zweiten Tag erhielten wir eine ausführliche Weiterbildung über Puls- und Zungendiagnostik. Da diese in einem Unterrichtsgebäude der Uni stattfand, bekamen wir gleichzeitig einen Einblick in ein chinesisches "Skills Lab", was einem Deutschen in keiner Weise nachsteht. Das Studium läuft in China ähnlich dem Deutschen ab. Es werden also auch 5 Jahre lang theoretische Grundlagen gepaukt und im sechsten Jahr ist man ein Jahr lang in der Klinik. Während des Studiums versucht man die graue Theorie mit Übungen praktischer Handgriffe an Modellen aufzupeppen. Da alle Studenten ein Semester lang TCM belegen müssen, gibt es hier neben den altbekannten Objekten zum Intubieren, Reanimieren, Defibrillieren und Katheterisieren, zusätzlich noch Modelle für Pulsdiagnostik und lebensgroße 3-D-Akupunkturatlanten.
Nach der Unterrichtseinheit gab es dann wieder eine Runde Akupunktur für mich.
Am dritten und letzten Tag in der TCM sollte es ausschließlich um Akupunktur gehen. Wir erwarteten die hier üblichen Patientenströme und Nadeln wie am Fließband, aber unsere Erwartungen wurden nicht erfüllt. Eine einzige Patientin kam zur Behandlung. Da musste ich wieder als Anschauungsobjekt herhalten. Ich bekam also meine dritte Akupunktur und diesmal wurde ich auch geschröpft. Den Erfolg dieser Kombinationsbehandlung fand ich nicht sonderlich berauschend, aber insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Akupunktur geholfen hat. Zumindest fühlte ich mich fit für unseren bevorstehenden Ausflug nach Nanjing.
Montag, 30. August 2010
Dienstag, 24. August 2010
"Eine Kreuzfahrt die ist lustig... oder ... Reisen auf asiatisch"
Kreuzfahrt auf dem Yangtse (Samstag 21.08. - Montag 23.08.)
Wer kennt nicht das Bild der asiatischen Reisegruppen in Deutschland, die von einem fähnchentragenden Touristguide von einer Attraktion zur Nächsten getrieben werden. Ganz Europa in 6 Tagen. 10 Minuten pro Sehenswürdigkeit. Schnell hunderte von Fotos knipsen, möglichst mit sich selbst im Vordergrund, damit man beweisen kann, dass man tatsächlich da war... Ja, ungefähr so verlief unser letztes Wochenende. Aber von vorn.
Die Tongji Medical School hatte alle Austauschstudenten zu einer Kreuzfahrt auf dem Yangtse eingeladen. Am Samstag um 12.00 Uhr ging es mit dem Reisebus ca. 250 km gen Westen in die Stadt Yichang. Hier steht der umstrittene Drei-Schluchten-Staudamm und im Hafen von Yichang war der Startpunkt unserer Reise. Wir erreichten die Stadt gegen 17.00 Uhr und wurden zunächst zum Abendessen in ein riesiges Restaurant eingeladen. In der dritten Etage führte man uns in einen Extraraum. Das ist in China üblich, da man vielfach geschäftliche Dinge beim Essen bespricht, wobei man nicht gestört werden möchte. Neben einem großen runden Tisch, gab es noch eine gemütliche Sitzecke in dem Raum und außerdem noch eine Teeküche inklusive zwei Kellnerinnen und ein westliche Toilette. Das Essen war ausgesprochen gut (Chinesisch, aber europäisch mild zubereitet). Bereits bei der ersten Runde Tee wurde von unserer "englischsprachigen" Reiseleiterin verkündet, dass wir nur eine halbe Stunde Zeit hätten, da wir 18.00 Uhr auf dem Schiff sein müssten. Entsprechend stürzten sich alle auf die verschiedenen Gerichte. Dennoch vermochten wir es nicht, den Tisch so aussehen zu lassen wie es die Chinesen tun;o). Die ersten beiden Punkte (Anreise und Essen) waren also abgehakt und sogleich folgte das einchecken an Bord als dritter Punkt der Tagesordnung. Irgendwie zeichnete sich schon hier ab, dass die Zeitangaben problematisch waren. Nachdem wir uns beim Essen noch so beeilt hatten, um ja nicht das Schiff zu verpassen, saßen wir nun noch zwei Stunden auf dem "Sonnendeck" bei nebligen, feuchtwarmen 33°C und warteten darauf, dass die Tour begann.
Alle Reisenden eilten direkt nach dem Bezug ihrer Kabine auf Deck, um das Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen nicht zu verpassen. Als sich nach einer halben Stunde immer noch nichts tat, begann man das Schiff zu erkunden. Da es nicht allzu groß war, war man damit bald fertig. Schließlich wurde dann der Haufen blonder und großer Europäer zur Hauptattraktion. Die nächsten eineinhalb Stunden wurden wir in der Gruppe, einzeln, mit und ohne Asiaten wahlweise asiatischen Kindern dauerfotografiert. Um 20.30 Uhr legte das Schiff dann endlich ab. Nachdem wir die erste Schleuse passiert hatten, verzogen wir uns aus dem Chinesenauflauf und suchten uns ein ruhigeres Plätzchen zum reden.
Am nächsten Morgen wurden wir passender Weise mit der Titelmusik von Titanic geweckt. Erschrocken ging der erste Blick aus dem Fenster. Gott sei dank, wir "schwammen" noch oben. Es erwartete uns nun ein chinesisches Frühstück mit Reis, Nudeln, Suppe, reichlich gedünstetem und gebratenem Gemüse und Fleisch. Glücklicherweise gab es aber auch gedämpftes Hefegebäck und Kekse. Das Hefegebäck ist eher geschmacksneutral, ein bißchen trocken und wird bei längerem Kauen mehr im Mund. Na ja, da ich das chinesisches Frühstück ja mittlerweile kenne und weiß, dass das nichts für mich ist, habe ich mich am Tag vorher mit reichlich Obst eingedeckt. Einer der Jungs hatte sogar Kaffee mit. Das zweite Frühstück war also gesichert ;o). Unsere Reiseleiterin legte uns übrigens noch ans Herz extra viel zu frühstücken, da es erst um 13.00 Uhr Mittag gäbe. Hier gab es dann also die nächste Zeitverschiebung. Denn als wir uns gerade wieder auf Deck tummelten und die Landschaft bestaunten, wurden wir bereits 11.30 Uhr zum Mittag gerufen. Wir begannen uns allmählich darauf einzustellen, dass die Zeitangaben flexibel zu handhaben sind. Das Mittagessen gab es diesmal im Séparée und war ganz gut.
Kurz darauf folgte der erste Zwischenstopp mit Umstieg auf kleinere Boote, die uns in den Fluss Shennong führten. Das ist ein kleiner Nebenfluss des Yangtse, der immer noch das bietet, was früher den Yangtse auszeichnete. Zerklüftete Berge, enge Schluchten, steile Felswände die schier in den Himmel ragen und unberührte Natur. Als die Schlucht am Ende selbst für die kleinen Boote zu schmal wurde, führte der Weg zunächst zu Fuß über das Wasser weiter und schließlich am Ufer auf einem in die Felswand geschlagenen Weg entlang. Laut Reiseleiter wäre am Ende des Weges eine wunderschöne Höhle zu finden gewesen, aber wieder einmal hatten wir nur eine halbe Stunde Zeit. Das war wirklich sehr schade, denn zum Einen hatte wir traumhaftes Wetter und zum Anderen fiel mir je weiter wir liefen auf, was mir in den letzten Wochen so fehlte. Ruhe! Die Chinesen sind es ja nicht gewöhnt länger als 30 Minuten auf den Beinen zu sein, deswegen machten sich die Meisten nach 15 Minuten brav wieder auf den Rückweg. Es wurden also weniger Menschen, die Schiffsmotoren waren weit weg und plötzlich stellte man fest wie angenehm ruhig es in der Natur sein kann. Man hörte den Fluss rauschen und Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter im Wind und sonst nichts. Wie gerne hätte ich hier noch ein wenig Zeit verbracht, mir die Höhle angeschaut und einfach die Natur und die Ruhe genossen. Aber nichts da! Der Zeitplan muss doch eingehalten werden!
Wieder auf dem Mutterschiff angekommen ging die Fahrt dann noch durch die anderen beiden Schluchten bis zum zweiten und letzten Zwischenstopp mit Tempelbesichtigung. Vom Schiff herunter wurden wir an zahllosen Souvenirständen und Garküchen vorbei bis zur Busstation gescheucht. Per Shuttlebus wurden alle Schiffsreisenden zu einem Tempel gefahren.
Unsere Reiseleiterin gab uns diesmal sogar eine ganze Stunde Besichtigungszeit. Da aber keiner den Tempel kannte, war unklar ob das ausreichend oder sehr knapp bemessen war. Es stellte sich heraus, dass die Zeit reichlich bemessen war, denn der Tempel war relativ klein und mindestens eine halbe Stunde war für Fotoentwicklung eingeplant. Man konnte sich dort oben nämlich vor der Kulisse der ersten Schlucht ablichten lassen. Für die chinesischen Mitreisenden war es DER Höhepunkt der Reise, mir war es herzlich egal. Ich hätte mir lieber selber die Zeit zum fotografieren genommen, als mich für dieses eine Bild durch die Tempelanlage hetzen zu lassen. Zum Schluss fing es auch noch an zu regnen und wir machten uns sogar etwas eher auf den Rückweg. Na ja, das Wetter passte zur Stimmung und so ging es dann wieder zurück. Jetzt war übrigens noch genügend Zeit, um in Schlangenlinien durch alle Souvenirstände geleitet zu werden. Das war mir dann wirklich zu viel der asiatischen Reisekultur und diesmal legte ich den Weg freiwillig in Rekordtempo zurück.
Der Ankündigung, dass es am nächsten Morgen 06.30 Uhr Frühstück gäbe und wir um 07.00 Uhr von Bord müssten, sahen wir relativ gelassen entgegen. Leider sollte die Reiseleiterin diesmal Recht behalten. Vom Schiff ging es auch direkt wieder in den Bus. Wir erbettelten uns noch die Möglichkeit wenigstens noch ein Foto vom Staudamm machen zu können, an dem unsere Reise endete. Danach ging es mit dem Bus die 35 km vom Staudamm nach Yichang und von dort wieder zurück nach Wuhan.
Wer kennt nicht das Bild der asiatischen Reisegruppen in Deutschland, die von einem fähnchentragenden Touristguide von einer Attraktion zur Nächsten getrieben werden. Ganz Europa in 6 Tagen. 10 Minuten pro Sehenswürdigkeit. Schnell hunderte von Fotos knipsen, möglichst mit sich selbst im Vordergrund, damit man beweisen kann, dass man tatsächlich da war... Ja, ungefähr so verlief unser letztes Wochenende. Aber von vorn.
Die Tongji Medical School hatte alle Austauschstudenten zu einer Kreuzfahrt auf dem Yangtse eingeladen. Am Samstag um 12.00 Uhr ging es mit dem Reisebus ca. 250 km gen Westen in die Stadt Yichang. Hier steht der umstrittene Drei-Schluchten-Staudamm und im Hafen von Yichang war der Startpunkt unserer Reise. Wir erreichten die Stadt gegen 17.00 Uhr und wurden zunächst zum Abendessen in ein riesiges Restaurant eingeladen. In der dritten Etage führte man uns in einen Extraraum. Das ist in China üblich, da man vielfach geschäftliche Dinge beim Essen bespricht, wobei man nicht gestört werden möchte. Neben einem großen runden Tisch, gab es noch eine gemütliche Sitzecke in dem Raum und außerdem noch eine Teeküche inklusive zwei Kellnerinnen und ein westliche Toilette. Das Essen war ausgesprochen gut (Chinesisch, aber europäisch mild zubereitet). Bereits bei der ersten Runde Tee wurde von unserer "englischsprachigen" Reiseleiterin verkündet, dass wir nur eine halbe Stunde Zeit hätten, da wir 18.00 Uhr auf dem Schiff sein müssten. Entsprechend stürzten sich alle auf die verschiedenen Gerichte. Dennoch vermochten wir es nicht, den Tisch so aussehen zu lassen wie es die Chinesen tun;o). Die ersten beiden Punkte (Anreise und Essen) waren also abgehakt und sogleich folgte das einchecken an Bord als dritter Punkt der Tagesordnung. Irgendwie zeichnete sich schon hier ab, dass die Zeitangaben problematisch waren. Nachdem wir uns beim Essen noch so beeilt hatten, um ja nicht das Schiff zu verpassen, saßen wir nun noch zwei Stunden auf dem "Sonnendeck" bei nebligen, feuchtwarmen 33°C und warteten darauf, dass die Tour begann.
Alle Reisenden eilten direkt nach dem Bezug ihrer Kabine auf Deck, um das Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen nicht zu verpassen. Als sich nach einer halben Stunde immer noch nichts tat, begann man das Schiff zu erkunden. Da es nicht allzu groß war, war man damit bald fertig. Schließlich wurde dann der Haufen blonder und großer Europäer zur Hauptattraktion. Die nächsten eineinhalb Stunden wurden wir in der Gruppe, einzeln, mit und ohne Asiaten wahlweise asiatischen Kindern dauerfotografiert. Um 20.30 Uhr legte das Schiff dann endlich ab. Nachdem wir die erste Schleuse passiert hatten, verzogen wir uns aus dem Chinesenauflauf und suchten uns ein ruhigeres Plätzchen zum reden.
Am nächsten Morgen wurden wir passender Weise mit der Titelmusik von Titanic geweckt. Erschrocken ging der erste Blick aus dem Fenster. Gott sei dank, wir "schwammen" noch oben. Es erwartete uns nun ein chinesisches Frühstück mit Reis, Nudeln, Suppe, reichlich gedünstetem und gebratenem Gemüse und Fleisch. Glücklicherweise gab es aber auch gedämpftes Hefegebäck und Kekse. Das Hefegebäck ist eher geschmacksneutral, ein bißchen trocken und wird bei längerem Kauen mehr im Mund. Na ja, da ich das chinesisches Frühstück ja mittlerweile kenne und weiß, dass das nichts für mich ist, habe ich mich am Tag vorher mit reichlich Obst eingedeckt. Einer der Jungs hatte sogar Kaffee mit. Das zweite Frühstück war also gesichert ;o). Unsere Reiseleiterin legte uns übrigens noch ans Herz extra viel zu frühstücken, da es erst um 13.00 Uhr Mittag gäbe. Hier gab es dann also die nächste Zeitverschiebung. Denn als wir uns gerade wieder auf Deck tummelten und die Landschaft bestaunten, wurden wir bereits 11.30 Uhr zum Mittag gerufen. Wir begannen uns allmählich darauf einzustellen, dass die Zeitangaben flexibel zu handhaben sind. Das Mittagessen gab es diesmal im Séparée und war ganz gut.
Kurz darauf folgte der erste Zwischenstopp mit Umstieg auf kleinere Boote, die uns in den Fluss Shennong führten. Das ist ein kleiner Nebenfluss des Yangtse, der immer noch das bietet, was früher den Yangtse auszeichnete. Zerklüftete Berge, enge Schluchten, steile Felswände die schier in den Himmel ragen und unberührte Natur. Als die Schlucht am Ende selbst für die kleinen Boote zu schmal wurde, führte der Weg zunächst zu Fuß über das Wasser weiter und schließlich am Ufer auf einem in die Felswand geschlagenen Weg entlang. Laut Reiseleiter wäre am Ende des Weges eine wunderschöne Höhle zu finden gewesen, aber wieder einmal hatten wir nur eine halbe Stunde Zeit. Das war wirklich sehr schade, denn zum Einen hatte wir traumhaftes Wetter und zum Anderen fiel mir je weiter wir liefen auf, was mir in den letzten Wochen so fehlte. Ruhe! Die Chinesen sind es ja nicht gewöhnt länger als 30 Minuten auf den Beinen zu sein, deswegen machten sich die Meisten nach 15 Minuten brav wieder auf den Rückweg. Es wurden also weniger Menschen, die Schiffsmotoren waren weit weg und plötzlich stellte man fest wie angenehm ruhig es in der Natur sein kann. Man hörte den Fluss rauschen und Vogelgezwitscher, das Rauschen der Blätter im Wind und sonst nichts. Wie gerne hätte ich hier noch ein wenig Zeit verbracht, mir die Höhle angeschaut und einfach die Natur und die Ruhe genossen. Aber nichts da! Der Zeitplan muss doch eingehalten werden!Wieder auf dem Mutterschiff angekommen ging die Fahrt dann noch durch die anderen beiden Schluchten bis zum zweiten und letzten Zwischenstopp mit Tempelbesichtigung. Vom Schiff herunter wurden wir an zahllosen Souvenirständen und Garküchen vorbei bis zur Busstation gescheucht. Per Shuttlebus wurden alle Schiffsreisenden zu einem Tempel gefahren.
Unsere Reiseleiterin gab uns diesmal sogar eine ganze Stunde Besichtigungszeit. Da aber keiner den Tempel kannte, war unklar ob das ausreichend oder sehr knapp bemessen war. Es stellte sich heraus, dass die Zeit reichlich bemessen war, denn der Tempel war relativ klein und mindestens eine halbe Stunde war für Fotoentwicklung eingeplant. Man konnte sich dort oben nämlich vor der Kulisse der ersten Schlucht ablichten lassen. Für die chinesischen Mitreisenden war es DER Höhepunkt der Reise, mir war es herzlich egal. Ich hätte mir lieber selber die Zeit zum fotografieren genommen, als mich für dieses eine Bild durch die Tempelanlage hetzen zu lassen. Zum Schluss fing es auch noch an zu regnen und wir machten uns sogar etwas eher auf den Rückweg. Na ja, das Wetter passte zur Stimmung und so ging es dann wieder zurück. Jetzt war übrigens noch genügend Zeit, um in Schlangenlinien durch alle Souvenirstände geleitet zu werden. Das war mir dann wirklich zu viel der asiatischen Reisekultur und diesmal legte ich den Weg freiwillig in Rekordtempo zurück.
Der Ankündigung, dass es am nächsten Morgen 06.30 Uhr Frühstück gäbe und wir um 07.00 Uhr von Bord müssten, sahen wir relativ gelassen entgegen. Leider sollte die Reiseleiterin diesmal Recht behalten. Vom Schiff ging es auch direkt wieder in den Bus. Wir erbettelten uns noch die Möglichkeit wenigstens noch ein Foto vom Staudamm machen zu können, an dem unsere Reise endete. Danach ging es mit dem Bus die 35 km vom Staudamm nach Yichang und von dort wieder zurück nach Wuhan.
Donnerstag, 19. August 2010
Neues aus dem Land der tausend Merkwürdigkeiten
Seit Montag bin ich in der Anästhesie. Entgegen dem sonstigen Chaos läuft hier alles sehr geordnet. Die Anästhesisten sind einem bestimmten OP Saal zugeordnet. Ich bin in einem HNO Saal. Meine Betreuerin ist leider ziemlich beschäftigt, da sie zwei Säle und neben mir, bereits 4 Assistenzärzte zu beaufsichtigen hat. Nach der Narkoseeinleitung, die knapp gefolgt von der Ausleitung ja den anästhesiologischen Höhepunkt darstellt, habe ich wieder reichlich Zeit, um dem OP Geschehen zu folgen und wieder den ein oder anderen Unterschied zu Deutschland festzustellen.
Irgendwie ist es komisch. Teilweise sind die Fachabteilungen mit dem neuesten Equipement ausgestattet, ich denke dabei an die Herz- und Neurochirurgie. Und dann wiederum stehen in manchen Sälen uralte Beatmungsgeräte herum und aus den EKG Kabeln blitzen die einzelnen Drähte hervor.
Es gibt die gleichen Systeme für intravenöse Zugänge, aber zum Stauen einen ollen Gummischlauch. Es scheint immer eine Mischung aus Althergebrachtem und Modernem zu sein. Sicherlich ist das Meiste dabei eine Frage des Geldes. Die Zweiklassenmedizin wird hier schon sehr deutlich. Wer es sich leisten kann, wird von den besten Ärzten und mit den modernsten Techniken operiert. Die Anderen bekommen beispielsweise die "Standardnephrektomie" (Nierenentfernung) mit 'ner schönen großen Narbe.
Außerdem ist es hier üblich, dass die Ärzte während der OP rotieren. Das heißt, der Assistenzarzt darf bis zum entscheidenden OP-Gebiet alles vorbereiten und dann kommt der Ober-/Chefarzt für den wichtigsten Teil der OP. Danach entschwindet die Obrigkeit wieder und der Assistent darf alles beenden. Die gestrige HNO OP schien für den Assistenten jedoch eine größere Herausforderung gewesen zu sein, sodass sich der Chefarzt, der sich immerhin noch im Raum befand und das Geschehen verfolgte, erneut sterile Handschuhe überstreifte um zu helfen. Alles schön und gut. Nur stand er doch tatsächlich ohne sterilen Kittel da und operierte. Dieses Schauspiel wiederholte sich dann noch einige Male. Klar hat er aufgepasst nicht an die sterile Abdeckung zu stoßen, aber wie sicher kann man da schon sein, wenn man sich auf die Arbeit konzentriert. Es war ja auch "nur" eine Korrektur der Nasenscheidewand, also kein riesiger offener Schnitt, und die Nasenhöhle ist ja nun auch nicht gerade keimfrei... aber trotzdem ... ohne Kittel???
Irgendwie ist es komisch. Teilweise sind die Fachabteilungen mit dem neuesten Equipement ausgestattet, ich denke dabei an die Herz- und Neurochirurgie. Und dann wiederum stehen in manchen Sälen uralte Beatmungsgeräte herum und aus den EKG Kabeln blitzen die einzelnen Drähte hervor.
Es gibt die gleichen Systeme für intravenöse Zugänge, aber zum Stauen einen ollen Gummischlauch. Es scheint immer eine Mischung aus Althergebrachtem und Modernem zu sein. Sicherlich ist das Meiste dabei eine Frage des Geldes. Die Zweiklassenmedizin wird hier schon sehr deutlich. Wer es sich leisten kann, wird von den besten Ärzten und mit den modernsten Techniken operiert. Die Anderen bekommen beispielsweise die "Standardnephrektomie" (Nierenentfernung) mit 'ner schönen großen Narbe.
Außerdem ist es hier üblich, dass die Ärzte während der OP rotieren. Das heißt, der Assistenzarzt darf bis zum entscheidenden OP-Gebiet alles vorbereiten und dann kommt der Ober-/Chefarzt für den wichtigsten Teil der OP. Danach entschwindet die Obrigkeit wieder und der Assistent darf alles beenden. Die gestrige HNO OP schien für den Assistenten jedoch eine größere Herausforderung gewesen zu sein, sodass sich der Chefarzt, der sich immerhin noch im Raum befand und das Geschehen verfolgte, erneut sterile Handschuhe überstreifte um zu helfen. Alles schön und gut. Nur stand er doch tatsächlich ohne sterilen Kittel da und operierte. Dieses Schauspiel wiederholte sich dann noch einige Male. Klar hat er aufgepasst nicht an die sterile Abdeckung zu stoßen, aber wie sicher kann man da schon sein, wenn man sich auf die Arbeit konzentriert. Es war ja auch "nur" eine Korrektur der Nasenscheidewand, also kein riesiger offener Schnitt, und die Nasenhöhle ist ja nun auch nicht gerade keimfrei... aber trotzdem ... ohne Kittel???
Sonntag, 15. August 2010
Ausflug nach Wudang Shan (Freitag 13.08. - Sonntag 15.08.)
Sonntagmorgen.
Nun halfen alle Beschwörungen des Wettergottes nichts mehr. Es regnete in Strömen. Wir hatten ohnehin nur noch einen halben Tag Zeit bis zur Rückfahrt nach Wuhan und suchten jetzt nach allen Möglichkeiten um die Zeit bis dahin im Trockenen zu überbrücken. Eine hervorragende Gelegenheit mal wieder ein Museum zu besuchen ;o). Ich muss jedoch zugeben, dass die Museen in China wirklich gut sind. Selbst in diesem kleinen Nest gab es ein sehr modernes Museum in dem die chinesische Architektur erklärt und natürlich der Mount Wudang gehuldigt wurde. Leider schloss das Museum aber schon um 11.00 Uhr. Den Rest der Zeit verbrachten wir dann noch beim Friseur und bei einem ausgiebigen Mittagessen bei dem wir endlich auch mal ein paar andere Europäer (Spanier) trafen. Sie waren zu einem Tai Chi Kurs in Wudang Shan und hatten, dafür dass sie kein chinesisch sprachen, eine äußerst gute Menüwahl getroffen. Wir tauschten also zuerst das Essen, dann die Meinungen aus und zum Schluss mussten wir natürlich noch auf China, Spanien und Deutschland anstoßen.
Nun halfen alle Beschwörungen des Wettergottes nichts mehr. Es regnete in Strömen. Wir hatten ohnehin nur noch einen halben Tag Zeit bis zur Rückfahrt nach Wuhan und suchten jetzt nach allen Möglichkeiten um die Zeit bis dahin im Trockenen zu überbrücken. Eine hervorragende Gelegenheit mal wieder ein Museum zu besuchen ;o). Ich muss jedoch zugeben, dass die Museen in China wirklich gut sind. Selbst in diesem kleinen Nest gab es ein sehr modernes Museum in dem die chinesische Architektur erklärt und natürlich der Mount Wudang gehuldigt wurde. Leider schloss das Museum aber schon um 11.00 Uhr. Den Rest der Zeit verbrachten wir dann noch beim Friseur und bei einem ausgiebigen Mittagessen bei dem wir endlich auch mal ein paar andere Europäer (Spanier) trafen. Sie waren zu einem Tai Chi Kurs in Wudang Shan und hatten, dafür dass sie kein chinesisch sprachen, eine äußerst gute Menüwahl getroffen. Wir tauschten also zuerst das Essen, dann die Meinungen aus und zum Schluss mussten wir natürlich noch auf China, Spanien und Deutschland anstoßen.
Samstag, 14. August 2010
Ausflug nach Wudang Shan (Freitag 13.08. - Sonntag 15.08.)
Samstagmorgen.
Nach einer guten Nacht auf einer steinharten Matratze wurde ich um 5.00 Uhr vom Regen geweckt, der neben meinem Fenster auf ein Plastikdach trommelte. Gut, dachte ich. In zwei Stunden wollen wir zum Mount Wudang aufbrechen, bis dahin darf es regnen. Und siehe da, es hat funktioniert. Als wir aufstanden, war zwar noch alles nass, aber kein Regentropfen fiel mehr vom Himmel. Wir fuhren zum Eingang des Nationalparks, der zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Mit diesem Titel geht man natürlich auch in China hausieren und deswegen zahlt man erstmal ordentlich Eintritt. Mit dem Bus ging es dann etwa eine Stunde bergauf bis zum Purpurwolken-Palast. Das zeitige Aufbrechen zahlte sich aus, denn wir waren mit die ersten Besucher dieses Tempels. Das war nun auch endlich ein Tempel wie man ihn sich vorstellt. Eine Oase der Ruhe mitten im Grünen. Na ja, zumindest solange bis die chinesischen Touristen ihn überbevölkerten. Nach der Besichtigung dieses Tempels fuhren wir mit dem Bus bis zur Endstation, wo sich der Startpunkt des Pilgerpfades zum Himmelspfeiler-Gipfel befand. In Begleitung einer Unmenge von Chinesen machten wir uns auf den Weg.
Es gibt hier als "Wanderwege" leider nur betonierte, mit tausendenen Stufen versehene Wege. Man hat also keine andere Möglichkeit das Ziel zu erreichen, als sich auf diesem einen Weg mit dem Strom zu bewegen. Dabei sollte man auch immer schön rechts gehen, da auf der linken Seite des circa einen Meter breiten Weges der entgegenkommende, bergablaufende Pilgerstrom entlangfließt. Für eine Strecke von 4,5 km (ist sinnigerweise eine Luftlinienangabe =)) und 900 Höhenmeter benötigten wir lockere 4 Stunden. Spätestens jetzt waren wir wirklich froh über den bewölkten Himmel und die 28°C. Auf dem Gipfel angekommen riss die Wolkendecke dann auf und wir konnten einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung genießen. Nach einer ausgiebigen Rast, wollten wir den Weg per Seilbahn auf einen anderen Gipfel fortsetzen. Allerdings mussten wir zu unserem Entsetzen feststellen, dass dort außer einer großen Baustelle keine Seilbahn zu finden war. Also, gebaut war sie schon. Nur fuhr eben keine Seilbahn. Denn entweder war die Endstation noch nicht fertig oder sie wurde einer Generalüberholung unterzogen oder ...? Wer weiß das schon. Chinesen scheinen solche Dinge auch nicht wirklich zu hinterfragen. Sie akzeptieren es einfach und gehen eben zu Fuß wieder bergab. Nach einer kurzen Phase der Verärgerung blieb uns letztlich auch nichts anderes übrig. Den Rückweg schafften wir dann in der Hälfte der Zeit und erreichten auch noch rechtzeitig einen Bus, der uns wieder aus dem Nationalpark brachte. Als Belohnung für diesen anstrengenden Tag gönnten wir uns dann alle noch eine Ganzkörpermassage. Hmmm..........schnurr.
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| Purpurwolken-Palast |
Es gibt hier als "Wanderwege" leider nur betonierte, mit tausendenen Stufen versehene Wege. Man hat also keine andere Möglichkeit das Ziel zu erreichen, als sich auf diesem einen Weg mit dem Strom zu bewegen. Dabei sollte man auch immer schön rechts gehen, da auf der linken Seite des circa einen Meter breiten Weges der entgegenkommende, bergablaufende Pilgerstrom entlangfließt. Für eine Strecke von 4,5 km (ist sinnigerweise eine Luftlinienangabe =)) und 900 Höhenmeter benötigten wir lockere 4 Stunden. Spätestens jetzt waren wir wirklich froh über den bewölkten Himmel und die 28°C. Auf dem Gipfel angekommen riss die Wolkendecke dann auf und wir konnten einen atemberaubenden Blick auf die Umgebung genießen. Nach einer ausgiebigen Rast, wollten wir den Weg per Seilbahn auf einen anderen Gipfel fortsetzen. Allerdings mussten wir zu unserem Entsetzen feststellen, dass dort außer einer großen Baustelle keine Seilbahn zu finden war. Also, gebaut war sie schon. Nur fuhr eben keine Seilbahn. Denn entweder war die Endstation noch nicht fertig oder sie wurde einer Generalüberholung unterzogen oder ...? Wer weiß das schon. Chinesen scheinen solche Dinge auch nicht wirklich zu hinterfragen. Sie akzeptieren es einfach und gehen eben zu Fuß wieder bergab. Nach einer kurzen Phase der Verärgerung blieb uns letztlich auch nichts anderes übrig. Den Rückweg schafften wir dann in der Hälfte der Zeit und erreichten auch noch rechtzeitig einen Bus, der uns wieder aus dem Nationalpark brachte. Als Belohnung für diesen anstrengenden Tag gönnten wir uns dann alle noch eine Ganzkörpermassage. Hmmm..........schnurr.
Freitag, 13. August 2010
Ausflug nach Wudang Shan (Freitag 13.08. - Sonntag 15.08.)
Freitagmorgen. Abfahrt: 08.50 Uhr von Wuhan nach Wudang Shan. Ankunft geplant: 13.30 Uhr. Ankunft reell: 14.30 Uhr.
Also wenn sich jemand mit Massenveranstaltungen auskennt, dann die Chinesen. In einer riesigen Halle am Bahnhof von Wuhan warteten alle Reisenden fein säuberlich sortiert nach Zugnummern in bestimmten Wartebereichen. Wir gesellten uns zu unseren Mitreisenden dazu. Komischerweise war das die größte Menschenansammlung auf dem Bahnhof. Als unser Zug ausgerufen wurde, setzte sich eine schier endlose Reihe Menschen in Bewegung und lief noch relativ geordnet in Richtung der Abfahrtshalle der Züge. Hier jedoch ging die Ordnung alsbald in das gewohnte Chaos über und alle stürzten sich auf die Zugabteile. Glücklicherweise hatten wir eine Platzreservierung. Was zunächst nichts zu nützen schien, denn wir kamen gar nicht ins Abteil hinein. Es drängten so viele Menschen in "unser" Abteil, dass wir schon fürchteten gar nicht mehr mit zu kommen. Da wir uns jedoch schon einige der chinesischen Sitten angewöhnt haben, drängelten wir ordentlich mit und schafften es ohne Verluste tatsächlich in den Zug. Drängeln gewöhnt man sich hier wirklich schnell an. Bei so vielen Menschen geht es auch nicht anders, denn sonst ist man immer der Depp.
Nachdem diese erste Hürde genommen war, mussten wir nur noch unsere bereits besetzten Plätze zurück erobern und dann konnte es losgehen. Die Reisezeit verkürzten wir uns mit Essen und Kartenspielen, quatschen und aus dem Fenster schauen.
Am vermeintlichen Ziel stiegen wir aus dem Zug und schon eilten die ersten Fahrer auf uns zu, um uns nach Wudang Shan zu bringen. Zunächst verstanden wir gar nicht worum es ging (trotz Dolmetscherin Petra). Offenbar hatten die Chinesen eine neue Zugstrecke gebaut, die nun also gar nicht mehr direkt in Wudang Shan Halt machte wie es in unseren Reiseführern (Ausgabe 2008/09) stand, sondern in einem Nachbarort. Nachdem wir das begriffen hatten, stiegen wir etwas verunsichert in einen privaten Minibus ein, der uns dann tatsächlich ans Ziel brachte und uns sogar in der Stadt an einem Hotel rausließ. Wir bekamen zwei nette Zimmer zu einem relativ guten Preis. Unser Zimmer hatte ein noch interessanteres Bad als jenes im Gästehaus. Denn hier gab es eine chinesische Toilette die gleichzeitig als Duschabfluss fungierte. Prinzipiell finde ich das ja nicht unpraktisch, aber es ist doch irgendwie komisch.
Am Abend besichtigten wir noch das Städtchen und aßen äußerst gut und günstig zu Abend.
... Im ehemaligen Bahnhof von Wudang Shan befindet sich jetzt übrigens eine Musikschule.
Also wenn sich jemand mit Massenveranstaltungen auskennt, dann die Chinesen. In einer riesigen Halle am Bahnhof von Wuhan warteten alle Reisenden fein säuberlich sortiert nach Zugnummern in bestimmten Wartebereichen. Wir gesellten uns zu unseren Mitreisenden dazu. Komischerweise war das die größte Menschenansammlung auf dem Bahnhof. Als unser Zug ausgerufen wurde, setzte sich eine schier endlose Reihe Menschen in Bewegung und lief noch relativ geordnet in Richtung der Abfahrtshalle der Züge. Hier jedoch ging die Ordnung alsbald in das gewohnte Chaos über und alle stürzten sich auf die Zugabteile. Glücklicherweise hatten wir eine Platzreservierung. Was zunächst nichts zu nützen schien, denn wir kamen gar nicht ins Abteil hinein. Es drängten so viele Menschen in "unser" Abteil, dass wir schon fürchteten gar nicht mehr mit zu kommen. Da wir uns jedoch schon einige der chinesischen Sitten angewöhnt haben, drängelten wir ordentlich mit und schafften es ohne Verluste tatsächlich in den Zug. Drängeln gewöhnt man sich hier wirklich schnell an. Bei so vielen Menschen geht es auch nicht anders, denn sonst ist man immer der Depp.
Nachdem diese erste Hürde genommen war, mussten wir nur noch unsere bereits besetzten Plätze zurück erobern und dann konnte es losgehen. Die Reisezeit verkürzten wir uns mit Essen und Kartenspielen, quatschen und aus dem Fenster schauen.
Am vermeintlichen Ziel stiegen wir aus dem Zug und schon eilten die ersten Fahrer auf uns zu, um uns nach Wudang Shan zu bringen. Zunächst verstanden wir gar nicht worum es ging (trotz Dolmetscherin Petra). Offenbar hatten die Chinesen eine neue Zugstrecke gebaut, die nun also gar nicht mehr direkt in Wudang Shan Halt machte wie es in unseren Reiseführern (Ausgabe 2008/09) stand, sondern in einem Nachbarort. Nachdem wir das begriffen hatten, stiegen wir etwas verunsichert in einen privaten Minibus ein, der uns dann tatsächlich ans Ziel brachte und uns sogar in der Stadt an einem Hotel rausließ. Wir bekamen zwei nette Zimmer zu einem relativ guten Preis. Unser Zimmer hatte ein noch interessanteres Bad als jenes im Gästehaus. Denn hier gab es eine chinesische Toilette die gleichzeitig als Duschabfluss fungierte. Prinzipiell finde ich das ja nicht unpraktisch, aber es ist doch irgendwie komisch.
Am Abend besichtigten wir noch das Städtchen und aßen äußerst gut und günstig zu Abend.
... Im ehemaligen Bahnhof von Wudang Shan befindet sich jetzt übrigens eine Musikschule.
Donnerstag, 12. August 2010
Nachtrag zur vergangenen Woche
Immer noch "nichts los". Weder auf Station noch im traumatologischen OP. Dennoch verbrachte ich die drei restlichen Tage der Woche im OP. Ich erweiterte mein chirurgisches Spektrum dabei um Herzchirurgie. Zwar habe ich keinen Vergleich zu Deutschland, aber ich muss gestehen, dass ich von der Arbeit der Herzchirurgen sehr beeindruckt war. Zur Abwechslung war in diesem Saal sogar während der gesamten Operation die Tür zu. Das Equipement war auf dem neuesten Stand und die Operateure waren äußerst entspannt. Es hat sich sogar ein Arzt gefunden, der mir Alles in schönstem Englisch erklärte.
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